Riesenburg und Quackenschloss

Rundwanderung ab Muggendorf

Blick auf die Wiesent

Bei unserer letzten Wanderung sind wir in Muggendorf gestartet. Glücklicherweise mussten wir gar nicht erst lang nach einem Parkplatz suchen, im Ortszentrum gab es einen, auf dem viele Wanderfreudige ihr Auto abstellen konnten. Die Route um Muggendorf war dieses Mal gespickt mit alten Mythen und Legenden, und vor allem die Geschichte um das Quackenschloss fand ich sehr traurig. Dazu aber an späterer Stelle mehr.

Unsere erste Etappe hat uns den Muggendorfer Felsensteig hinaufgeführt, wo wir schon mal die ersten Höhenmeter hinter uns gebracht haben. Von dort aus hat man einen wundervollen Ausblick ins Tal und die Wiesent, die sich wie ein blaues Band hindurchschlängelt. Von dort aus kann man auch gut die Kanufahrer beobachten.

Weiter ging es zur Oswaldhöhle, einer Karsthöhle am Hohlen Berg. Bald darauf kamen wir auch noch am Aussichtsturm beim Hohen Kreuz vorbei, allerdings sind wir nicht hinaufgegangen, da man schon von unten sehen konnte, dass der Turm von Menschen überfüllt war. Wir entschieden uns dem Weg weiter durch den Wald zu folgen und durften bald darauf die ganzen Höhenmeter, die wir bislang gut gemacht hatten, wieder hinabsteigen.

Kaito war an diesem Tag auch sehr entspannt und ließ sich gut in seinem Rucksack durch die Gegend tragen. Er hat nur immer interessiert von einer Seite zur anderen geschaut und dabei den einen oder anderen neugierigen Blick auf sich gezogen. Es wurde sogar gemunkelt, wir trügen ein Plüschtier mit uns durch die Gegend. Nein, Kaito ist kein Plüschtier, auch wenn er ab und an mal mit sich kuscheln lässt.

Wir sind dann an der Riesenburg vorbeigekommen, die wirklich imposant mit ihrer Felsformation ist und auf jeden Fall einen Besuch wert ist. Etwas später, als es dann ruhiger wurde und wir kaum noch Menschen begegnet sind, haben wir Kaito dann aus dem Rucksack gelassen und ihn auf eigene Faust den Weg erkunden lassen. Man muss dazu sagen, dass er trotz seiner kleinen Größe unglaublich schnell die Steigungen hinaufkommt.

Um im Blick zu haben, wie viel Kaito läuft, denn er ist ja trotz alledem noch ein Welpe, habe ich die Zeiten, die er selbst gelaufen ist, mit meiner Fitnessuhr getracked. Außerdem habe ich gleichzeitig die komplette Route mit der Uhr aufgezeichnet. Wieder zu Hause angekommen konnte ich mir dann genau anschauen, wie viel Kaito selbst gelaufen ist und welche Durchschnittsgeschwindigkeit wir mit ihm erreicht haben. Dabei ist er einmal knapp über 50 Minuten und beim zweiten Mal etwa 25 Minuten selbst gelaufen, ehe er uns angezeigt hat, dass er getragen werden möchte. Das macht er übrigens auf ausgesprochen niedliche Art und Weise: Entweder er wirft sich einem von uns vor die Füße (die theatralische Variante) oder er kommt zu einem, schaut ganz intensiv und springt dann hoch (die offensive Variante). Wenn wir nur kurze Strecken laufen, ignoriere ich das auch gern mal. Immerhin muss er lernen, dass er nicht jedes Mal getragen wird, wenn er bettelt. Aber bei längeren Wanderungen finde ich, ist das ein ganz gutes Indiz, um zu sehen, wann er erschöpft ist.

Kaito ist dann also zu Fuß mit uns am Sieghardstor vorbeigewandert und hat die Chance genutzt, auf jeden nur möglichen Felsen hinaufzuspringen. Irgendwie erinnert er mich manchmal dabei an eine Bergziege …

Bei der Schottersmühle haben wir dann die Wiesent überquert, wie wir im Nachhinein festgestellt haben, wäre das wohl auch die einzige Möglichkeit auf unserer Route gewesen, eine Pause zu machen, um etwas zu trinken. Allerdings hatten sie zu der Zeit gerade sowieso nicht offen, also gab es nichts zu bedauern. Denn: Wir hatten uns ein wenig mit dem Wasser verkalkuliert. Für Kaito hatten wir zwar genug in seiner Trinkflasche dabei, unser eigener Wasservorrat war jedoch etwas zu schnell aufgebraucht. Ein Glück, dass der Hauptteil unserer Route daher durch den Schatten verlief.

Besonders gut hat uns später dann das Quackenschloss gefallen. Eine Tafel davor erzählt von der tragischen Geschichte eines Jägers, der am Quackenschloss einer wunderschönen Fee begegnete. Allerdings verschmähte er ihre Liebe und wollte zu seiner Liebsten in der Menschenwelt zurückkehren. Die Folgen waren fatal und Jäger, wie auch Fee, starben und ihr Palast stürzte in sich zusammen.

Von dort aus ist Kaito auch wieder ein gutes Stück selbst zu Fuß gegangen. Der letzte schöne Abschnitt führte uns dann auf dem Weg zurück nach Muggendorf durch den Schluchtwald. Eine steinerne Bank, die kurz vor dem Ausgang der Schlucht stand, weckte dann Kaitos Interesse. Er hat dann etwas kläglich versucht, hinaufzusteigen und ich wollte ihm erst helfen, aber er hat dann selbst aufgegeben. Mit einem Augenzwinkern habe ich ihn dann aufgefordert, hinaufzuspringen. Und hoppla: Das hat er dann auch. Aus dem Stand ist er mit zwei Sätzen erst auf die Sitzbank und dann auf die Lehne hinaufgesprungen. Da ging mir dann für ein paar Sekunden das Herz etwas schneller. Unsere kleine Bergziege. Nur das herunterkommen müssen wir noch üben. Denn wenn er erst einmal oben ist, wird er manchmal doch etwas unsicher ob der Höhe.

Bei dieser Wanderung haben wir dann auch ein neues Hundegeschirr für Kaito ausprobiert, das ich schon vor über einem Monat für ihn gekauft hatte, das ihm aber bislang nicht passte. Umso mehr hatte ich mich gefreut, als es an dem Morgen wie angegossen bei ihm saß. Was mich besonders an dem Geschirr freut und was auch der Grund für den Kauf war, ist der Aufbau. Man muss es nämlich nicht wie all die anderen Geschirre über den Kopf ziehen, sondern bietet zwei Beinschlaufen, in die Kaito hineinsteigen muss. Geschlossen wird das Geschirr dann am Rücken. Ich hatte es im Vorfeld schon ein paar Mal bei ihm anprobiert, daher war das Geschirr nicht vollkommen neu für ihn. Wer einen Shiba hat, der weiß, dass diese kleinen Dickschädel etwas speziell auf jedes Halsband und Hundegeschirr reagieren. Bei seinen beiden anderen Hundegeschirren, die er bisher immer anhatte und die man leider immer über den Kopf ziehen musste, hat er sich mit Pfoten und Zähnen gewehrt, wenn ich ihm das Geschirr wieder über den Kopf ausziehen wollte. Er hat sich aufgeführt, als wolle ich ihm den Kopf abreißen. Dabei saß das Geschirr um den Hals richtig locker. Nun, wie es aussieht, hat sich dieses Problem in Zukunft auch erledigt. Falls du genau wie wir einen Hund besitzt, der es auf den Tod nicht ausstehen kann, wenn man ihm etwas über den Kopf zieht, kann ich dir dieses Geschirr in jedem Fall empfehlen.

Insgesamt erstreckt sich unsere erwanderte Route über 14,2 km und wir haben 600 Höhenmeter auf unserem Weg mitgenommen. Vor allem ab dem zweiten Drittel der Route sind uns kaum mehr Wanderer begegnet, anscheinend habe ich beim Tourenplanen eine etwas weniger begangene Strecke gewählt.

Wenn du Lust hast, unsere Tour nachzuwandern, findest du die Route auf Komoot.

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